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Alkoholfrei

Material

Hier können Sie Publikationen der Aktion Jugendschutz Sachsen e.V. downloaden und finden Verweise auf Buchveröffentlichungen.
Weitere Publikationen zum Kinder- und Jugendschutz finden Sie u.a. bei unseren Partnerorganisationen. Nutzen Sie hierfür www.jugendschutz.de
Mit den bereitgestellten Publikationen und Materialien wollen wir die Arbeit von Fachkräften, die im Kinder- und Jugendschutz tätig sind, sowie Eltern in der Erziehungsaufgabe unterstützen.

Wir hoffen, dass die Arbeits- und Informationsmaterialien Ihr Interesse finden und freuen uns über Rückmeldungen.

 

Dokumentationen

Video

 

Seminarbeurteilung

 

Angebote/Themen

Wir bieten Ihnen Elternabende, Tagesseminare und Projekttage zu den Themen des Kinder- und Jugendschutzes an.
Beginnend von A wie Alkohol bis Z wie Zivilcourage gestalten wir für Sie und mit Ihnen Ihre Veranstaltung. Hier finden Sie eine Auswahl von Themen. Sollten Sie Ihr Thema nicht finden, zögern Sie nicht, uns danach zu fragen.
 

A B C

Alkoholprävention

Jugendliche wollen – wie Erwachsene auch – mithilfe des Alkohols ihre Stimmung verändern, Hemmungen und Unsicherheiten abbauen, sich der Realität entziehen und vieles andere mehr. Um alkoholbedingte Probleme bei heranwachsenden Mädchen und Jungen schon im Experimentierstadium reduzieren und Alkoholmissbrauch entgegenwirken zu können, sind Schulen wichtige Bündnispartner in der suchtvorbeugenden Arbeit des Jugendschutzes. In diesem Seminar werden verschiedene Bausteine der Arbeitsmaterialien „Kumpel Alkohol“ (für Schüler/innen ab 14 Jahren) vorgestellt, praktisch erprobt und Möglichkeiten der Umsetzung im schulischen Alltag exemplarisch erarbeitet.

Zeitumfang: Tagesseminar (bis 8h) Zielgruppe: Pädagogen, Multiplikatoren, Jugendliche
  Elternabend (30 min bis 90 min)   Eltern

 

Vitamin A - Alkohol im Jugendhaus (Fachliche und rechtliche Folgen für die Jugendarbeit)

„Alkohol gehört zum Leben - Alkohol macht locker - Alkohol braucht man zur Entspannung - Boah war ich wieder besoffen - goile Paaadie ey - Alkohol hebt das Niveau - Alkohol sorgt für sprachliche Kreativität“
Als gesellschaftlich akzeptierte Droge spielt Alkohol im Leben der Jugendlichen eine wichtige Rolle. Anscheinend gehört der Genuss von Bier und Biermischgetränken zum Alltag von vielen Jugendlichen. Ganz zu schweigen vom Koma saufen am Wochenende. Wenn das so ist sollte nicht Alkohol auch in der Jugendhilfe vorkommen, um Jugendlichen das rechte Maß zu zeigen oder vom Missbrauch zum Genuss zu bringen? Sollten dafür nicht alle Schlupflöcher des Jugendschutzgesetzes genutzt werden? Jugendliche „saufen“ sowieso, warum nicht in einem geschütztem Umfeld wie dem Jugendhaus? Die Einnahmen können doch als Eigenmittel für Projekte genutzt werden oder sichern den Erhalt der Einrichtung.Die Validität dieser Aussagen und deren Konsequenzen sollen innerhalb des Seminares diskutiert werden. Alternative Ansätze und Methoden im Umgang mit dem „Alkoholproblem“ werden aufgezeigt.

Zeitumfang: Tagesseminar (bis 8h) Zielgruppe: Pädagogen, Multiplikatoren, Jugendliche

 

Cyber-Mobbing

Phänomene – Intervention – Prävention

Andere lächerlich zu machen, zu schikanieren oder zu bedrohen, ist kein grundsätzlich neues Phänomen, neu an Cyber-Mobbing sind vor allem die Verbreitungsgeschwindigkeit und der Wirkungsradius. Wenn die Attacken in sozialen Netzwerken stattfinden, können sie von einer Menge anderer User gesehen und weiter verbreitet werden. Bei der Prävention gegen Cyber-Mobbing geht es deshalb zum einen um Kernthemen der Gewaltprävention, wie den Unterschied zwischen Spaß und Gewalt, wie die Sensibilisierung für die Situation von Opfern, wie Selbstschutz und Zivilcourage. Zum anderen geht es darum, die Medienkompetenz von Kindern und Jugendlichen zu stärken und Erwachsenen einen Einblick in die Mediennutzung von Kindern und Jugendlichen zu geben. Diese Aspekte werden bei dem Seminar mit Forschungsergebnissen zu Formen und Folgen von Cyber-Mobbing verknüpft sowie mit Methoden für einen offensiven Umgang mit dem Thema in der Arbeit mit Mädchen und Jungen.

Zeitumfang: Tagesseminar (bis 8h) Zielgruppe: Pädagogen, Multiplikatoren, Jugendliche
  Elternabend (30 min bis 90 min)   Eltern

Fragen und Antworten zum Jugendschutz (FAQ)

Jugendschutz Allgemein

Wann ist eine Veranstaltung öffentlich, wann ist sie nicht öffentlich?

Das Jugendschutzgesetz gilt nur in der Öffentlichkeit: In der Gaststätte, im Kino, in der Disco, auf Straßen und Plätzen usw. Entscheidend ist nicht, ob ein Raum "öffentlich" ist oder nicht, entscheidend ist jeweils die konkrete Veranstaltung. Öffentlichkeit bedeutet allgemeine Zugänglichkeit, unabhängig davon ob 10 Personen oder 500 Personen kommen. Bei einer nicht öffentlichen Veranstaltung stehen die Teilnehmer/innen untereinander und mit dem Veranstalter in Beziehung. Im Zweifelsfall kann sich ein Veranstalter mit einer Teilnehmer/innen-Liste und einer Einlasskontrolle absichern.

Was ist der Unterschied zwischen Personensorgeberechtigten und Erziehungsbeauftragten?

Personensorgeberechtigte sind die Eltern oder, in Ausnahmefällen, ein vom Familiengericht bestellter Vormund. Die Personensorge umfasst das Recht und die Pflicht, das Kind zu pflegen, zu erziehen, zu beaufsichtigen, seinen Aufenthalt und seinen Umgang zu bestimmen.
Erziehungsbeauftragt nach dem Jugendschutzgesetz ist jede Person über 18 Jahren, so weit sie auf Dauer oder zeitweise aufgrund einer Vereinbarung mit dem/der Personensorgeberechtigten Erziehungsaufgaben wahrnimmt. (Beispiele: Ausbilder/innen, Jugendleiter/innen, Erzieher/innen, Verwandte...)
In Begleitung einer personensorgeberechtigten oder einer erziehungsbeauftragten Person werden einige Beschränkungen für Kinder und Jugendliche aufgehoben, so dürfen sie sich z.B. ohne zeitliche Begrenzung in Gaststätten oder in der Disco aufhalten.

Achtung: Erziehungsbeauftragte übernehmen die Aufsichtspflicht! Außerdem müssen sie auf Verlangen von Veranstaltern und Gewerbetreibenden ihre Berechtigung darlegen. Eltern sollten bei der Auswahl der "erziehungsbeauftragten" Begleitpersonen auf Folgendes achten:<
  • Sie sollten die Begleitperson kennen und ihr vertrauen können.
  • Sie sollten klare Vereinbarungen mit der Begleitperson treffen, z.B. darüber, wann und wie ihr Kind wieder nach Hause kommt.
  • Die erziehungsbeauftragte Person muss genügend erzieherische Kompetenz besitzen, um dem Kind, dem oder der Jugendlichen altersentsprechende Freiräume gewähren und gleichzeitig aber Grenzen setzen zu können (Beispiel Alkoholkonsum).

Wann ist eine Gaststätte eine Gaststätte im Sinne des § 4 JuSchG?

Gaststätten sind alle öffentlichen Verkaufsstellen, in denen gewerbsmäßig Getränke oder Nahrungsmittel zum Verzehr an Ort und Stelle angeboten werden. Beispiele: Restaurants, Cafes, Hotels.
Weniger bekannt scheint zu sein, dass auch Imbissstuben, Vereins- und Sportgaststätten sowie Bierzelte zu den Gaststätten zählen! (Sowie andere für die Dauer einer Veranstaltung ortsfeste Betriebsstätten, wenn Getränke und Speisen zum Verzehr an Ort und Stelle angeboten werden.)
Kioske (Fensterverkauf) sind in der Regel keine Gaststätten.

Ab welchem Alter und wie lange dürfen sich Kinder und Jugendlichen in Gaststätten aufhalten?

Ohne Begleitung einer erziehungsbeauftragten Person darf Kindern und Jugendlichen unter 16 Jahren die Anwesenheit in Gaststätten nur gestattet werden, wenn sie zwischen 5 Uhr morgens und 23 Uhr abends eine Mahlzeit oder ein Getränk einnehmen. Über 16- Jährige können sich ohne Begleitung eines/einer Erziehungsbeauftragten bis 24 Uhr in einer Gaststätte aufhalten - danach gilt eine Sperrzeit bis 5 Uhr morgens. Die zuständige Behörde kann Ausnahmen genehmigen und gegebenenfalls Auflagen erteilen.

Wie lange dürfen Kinder und Jugendliche in der Disco bleiben?

Ohne Begleitung dürfen sich Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren nicht in Discos und bei anderen öffentlichen Tanzveranstaltungen aufhalten. Auch Jugendliche ab 16 Jahren dürfen ohne Begleitung einer erziehungsbeauftragten Person nur bis 24 Uhr bleiben!
Ausnahme: Die zeitlichen Beschränkungen können gelockert werden, wenn die Tanzveranstaltung von einem anerkannten Träger der Jugendhilfe durchgeführt wird oder der künstlerischen Betätigung oder der Brauchtumspflege dient: Kinder dürfen dann bis 22
Uhr bleiben, Jugendliche unter 18 Jahren bis 24 Uhr. Darüber hinaus kann die zuständige Behörde Ausnahmen, z.B. für Disco-Veranstaltungen genehmigen.

 

Welche Jugendschutzbestimmungen müssen bei Popkonzerten und anderen Großveranstaltungen beachtet werden?

Pop- und andere Musikkonzerte gelten nicht als Tanzveranstaltungen, daher gelten die zeitlichen Beschränkungen für Disco-Besuche hier nicht. Geht von einer solchen Veranstaltung jedoch eine Gefährdung für das körperliche, geistige oder seelische Wohl von Kindern und Jugendlichen aus, so kann die zuständige Behörde anordnen, dass ihnen die Anwesenheit nicht gestattet werden darf. Bei einer Jugendschutzkontrolle können angetrunkene oder rauchende Kids nach Hause geschickt werden. Die zuständige Behörde kann aber auch Auflagen erteilen, um die Gefährdung auszuschließen oder zu mildern, z.B. Alters- und Zeitgrenzen oder andere Auflagen wie Schallpegelbegrenzung, Einrichtung einer Kinderfundstelle, Abholraum für Kinder und Jugendliche, Busabholdienst.

Slider

Nein, sie dürfen nicht! § 9, 1 des JuSchG sagt ganz klar aus, dass "branntweinhaltige Getränke oder Lebensmittel, die Branntwein in nicht nur geringfügiger Menge enthalten" an Kinder Jugendliche unter 18 Jahren nicht abgegeben werden dürfen noch der Konsum
gestattet werden darf. Mischungen mit so genannten "harten" Alkoholika gehören eindeutig zu dieser Kategorie. "Geringfügige Menge" meint nur, wenn Branntwein z.B. bei der Herstellung von Saucen u.ä. als Geschmackszusatz verwendet wird.

Gibt es eine Altersbegrenzung für das Rauchen und für den Kauf von Zigaretten?

Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren dürfen in der Öffentlichkeit nicht rauchen. Außerdem dürfen ihnen keine Zigaretten verkauft werden! Zigarettenautomaten müssen seit dem 1. Januar 2009 so umgerüstet sein, dass Kinder und Jugendliche unter 18 keinen Zugang mehr haben.

Ist das Rauchen von Wasserpfeifen weniger schädlich als der Konsum von Zigaretten?

Das Rauchen von Wasserpfeifen ist nicht weniger schädlich als der Konsum von Zigaretten. Studien zufolge besteht aufgrund des Nikotingehalts ein starkes Abhängigkeitspotenzial. Einige Inhaltsstoffe z. B. Blei und Nickel sind im Rauch der Wasserpfeife teilweise um vielfaches höher als im Zigarettenrauch.

Ersten Studien zufolge ist es möglich, dass beim Rauchen einer Wasserpfeife mehr Teer und Kohlenmonoxid aufgenommen werden als über den Rauch von filterlosen Zigaretten. Durch den aromatisierten Wasserpfeifentabak wird der häufig als unangenehm empfundene Geschmack von Tabak überlagert.

Der in Wasserpfeifen benutzte Tabak ist als Tabakware im Sinne des §10 Abs. 1 Jugendschutzgesetz (JuSchG) einzuordnen. Tabak für Wasserpfeifen darf also an Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren in der Öffentlichkeit nicht abgegeben werden, genauso wenig wie ihnen die Benutzung von Wasserpfeifen erlaubt werden darf.

dazu Flyer/Download der BZgA für Jugendliche "Vorsicht Wasserpfeife":
http://www.bzga.de/botmed_31603002.html

Wie lang darf mein Kind abends ausgehen?

Wie lange ein Kind abends Ausgang hat, wie lange es auf der Straße spielen darf, ob es bei der Freundin übernachten darf usw., wird nicht vom Gesetz geregelt, sondern muss zwischen Eltern und Kindern verhandelt werden oder von den Eltern bestimmt werden.

Unter welchen Voraussetzungen dürfen Kinder und Jugendliche Filme im Kino sehen?

Kinder und Jugendliche dürfen auch in Begleitung Erwachsener im Kino nur Filme sehen, die von der Freiwilligen Selbstkontrolle der Filmwirtschaft (FSK) für ihre Altersgruppefreigegeben wurden. Die möglichen Altersfreigaben lauten:
¨ "Freigegeben ohne Altersbeschränkung"
¨ "Freigegeben ab sechs Jahren"
¨ "Freigegeben ab zwölf Jahren"
¨ "Freigegeben ab sechzehn Jahren"
¨ "Keine Jugendfreigabe"
Die Begleitung durch eine personensorgeberechtigte oder erziehungsbeauftragte Personist notwendig
¨ bei Kindern unter sechs Jahren
¨ bei Kindern ab sechs Jahren, wenn die Vorstellung nach 20 Uhr beendet ist
¨ bei Jugendlichen unter 16 Jahren, wenn die Vorführung nach 22 Uhr beendet ist
¨ bei Jugendlichen ab 16 Jahren, wenn die Vorführung nach 24 Uhr beendet ist.
Die Altersfreigaben sind rechtlich verbindlich. Für ihre Einhaltung sind die Kinobetreiber verantwortlich. Sie müssen gegebenenfalls Einlasskontrollen durchführen. Auch in Begleitung der Eltern dürfen Kinder nur einen für ihre Altersgruppe freigegebenen Film
sehen. Ausnahme: In Begleitung eines oder einer Personensorgeberechtigten, also der Eltern (!), dürfen Kinder ab sechs auch Filme sehen, die erst für Kinder und Jugendliche ab zwölf Jahren freigegeben sind.

Gibt es Altersgrenzen bei der Teilnahme an LAN-Partys?

Es gibt keine rechtlichen Bestimmungen über das Mindestalter von Teilnehmern an LANPartys. Allerdings dürfen nach dem neuen Gesetz, das eine verbindliche Altersfreigabe für Computerspiele festlegt (JuSchG § 12), nur solche Spiele gespielt werden, die für die
Altersgruppe der Spieler/innen freigegeben sind. Das bedeutet, dass die Veranstalter dafür Sorge tragen müssen, dass bei einer LAN, bei
der z.B. Spiele mit einer Alterskennzeichnung "freigegeben ab sechzehn Jahren" gespielt werden, alle Spieler 16 Jahre alt sind; bei Spielen mit der Alterskennzeichnung "keine Jugendfreigabe" müssen die Spieler volljährig sein. Selbstverständlich dürfen keine
indizierten und jugendgefährdenden Spiele gespielt werden, wenn die Spieler jünger als achtzehn Jahre sind.
Auch andere Bestimmungen des Jugendschutzgesetzes müssen eingehalten werden: Es dürfen z.B. keine alkoholischen Getränke an Jugendliche unter 16 Jahren abgegeben werden (§ 9 JuSchG) und das Rauchen in der Öffentlichkeit ist für sie nicht gestattet (§ 10
JuSchG). Es ist sinnvoll, die Teilnahmebedingungen für eine LAN von den Spielern unterschreiben zu lassen. Bei Kindern und Jugendlichen unter 16 Jahren kann es auch angebracht sein, die Teilnahmebdingung und eine Einverständniserklärung von den Eltern unterschreiben zu lassen. Die Unterschrift der Eltern enthebt die Veranstalter jedoch nicht von der Verpflichtung, nur solche Spiele spielen zu lassen, die für das Alter der Spieler freigegeben sind.

Jugendmedienschutz

Welche Rolle spielen Werbung und eCommerce für Kinder im Internet?

Viele Anbieter von Informationen wollen natürlich Geld verdienen und setzen dazu Werbung ein. Gerade für jüngere Kinder ist es oftmals nicht einfach, Werbung als solche zu erkennen. Schnell führt ein im Internet angebotenes Gewinn-Spiel dazu, dass man seine Adresse preisgibt. Dann ist man natürlich schnell in der Adresskartei dieser Firmen. Der sogenannte eCommerce erlaubt das Einkaufen über das Internet. Zwar ist das noch kaum verbreitet, wird in Zukunft aber eine große Rolle spielen. Da Kinder noch nicht geschäftsfähig sind, müssen die Eltern dazu ein Konto einrichten, von dem das Eingekaufte abgebucht werden kann. Ware aus dem Internet kann vorher nicht angesehen werden, auch sind die Angebote meist nicht besonders preisgünstig. Wenn wir Kindern im Alltag gestatten, für ihr Taschengeld das zu kaufen, was sie wollen, dann möchten sie dies vielleicht auch gerne im Internet tun. Wer dies erlaubt, sollte vor allem darauf achten, dass es sich um seriöse Anbieter handelt, die etwa mit großen Banken zusammen arbeiten.

Wie kann ich meine Kinder vor zweifelhaften Angeboten schützen und was ist von Filtersoftware zu halten?

Schauen Sie sich die Webseiten, die ihre Kinder besuchen wollen, selbst an und achten sie vor allem auf die Verweise („Links“) zu anderen Webseiten, um nicht auf den problematischen Seiten zu landen. Emails sollte man nur an Leute schicken, die man wirklich kennt und nicht an Fremde. Auch ist es wichtig, den Kindern klar zu machen, niemals über das Internet das Alter, den Nachnamen, die Adresse oder eine Telefonnummer preis zu geben. Vielfach wird auch sogenannte Filtersoftware angeboten. Dies sind Programme, die bestimmte Webseiten mit zweifelhaften Angeboten ausfiltern, d.h. nicht zugänglich machen. Untersuchungen haben aber gezeigt, dass diese Filter nicht immer halten, was sie versprechen. Vielmehr erscheint es sinnvoll, mit jüngeren Kindern gemeinsam in das Internet zu gehen und mit älteren Kindern auch über die problematischen Bereiche zu sprechen. Relativ sicher sind ausgewählte Kinderportale.
Allerdings sollte Filtersoftware, neben den persönlichen Gesprächen, als zusätzliche Hilfe auch zum Einsatz kommen. Zum einen zeugt dies Ihr Interesse am Medium Computer und der Freitzeitbeschäftigung Ihrer Kinder, zum anderen entwickeln sich die Programme in Nutzerfreundlichkeit und Zuverlässigkeit immer weiter.

Ich habe von gefährlichen Sachen für Kinder im Internet gehört. Stimmt das?

Es werden dort viele Sachen angeboten, die nicht immer jugendfrei sind. Viele Politiker und Pädagogen versuchen zwar, diese Angebote einzudämmen, da aber die Computer, auf denen diese zweifelhaften Angebote lagern, meist nicht in Deutschland stehen, ist es schwierig, hier rechtlich einzugreifen. Zu den problematischen Inhalten zählen u.a. Pornografie, rechtsradikale Seiten sowie Aufrufe zu Gewalttaten. In Deutschland gibt es einen strengen Jugendmedienschutz, und es wird versucht, solche Webseiten ausfindig zu machen und deren Veröffentlichung im Internet zu unterbinden. Insgesamt überwiegen aber die nützlichen und informativen Angebote im Internet, von denen auch Kinder profitieren können. Sicher sollte man vor allem jüngere Kinder nicht unbeaufsichtigt in das Internet lassen, hier wird man als Eltern noch viel Verantwortung übernehmen und sich gut über die Probleme informieren müssen.

Ich habe keine Ahnung vom Internet. Was soll ich da machen?

Viele Erwachsene sind erstaunt, wie unbefangen und zum Teil kompetent Kinder mit Computer und Internet umgehen. Haben Sie keine Scheu, sich von jemandem zeigen zu lassen, wie man in das Internet kommt und was man da alles machen kann. Oft können Verwandte bzw. Bekannte weiterhelfen. Oder besuchen Sie einen Kurs an der Volkshochschule. Ergänzend dazu kann man sich auch Bücher kaufen oder Lernprogramme auf CDROM. Geben Sie ruhig zu, dass Sie hier wenig Ahnung haben. Vielleicht lassen Sie sich ja von ihren Kindern zeigen, wie das Internet funktioniert. Das gemeinsame Erfahren und Stöbern macht Spaß und bringt Kinder und Eltern zusammen. Zeigen Sie Interesse an den Aktivitäten Ihrer Kinder und bleiben Sie informiert. Ihre Kinder werden es Ihnen danken.

Ab welchem Alter ist das Internet für Kinder sinnvoll?

Viele Dinge, die man im Internet tun kann, setzen voraus, dass man Lesen bzw. Schreiben kann. Aus diesen Gründen ist das Internet erst für Kinder im späten Grundschulalter sinnvoll. Da aber auch viele Bilder, Animationen oder sogar Videos gezeigt werden, können sich auch schon jüngere Kinder ausgewählte Webseiten ansehen, in denen etwa über mittelalterliche Burgen oder über Dinosaurier berichtet wird oder wo man über eine Kamera Tiere in Afrika beobachten kann. Auch haben viele Fernsehsender ihre Kindersendungen im Internet. Vorschulkinder können zusammen mit ihren Eltern solche Internetseiten anschauen, um zu sehen, welche Themen in der Lieblingssendung ausgestrahlt werden.

Welche Inhalte speziell für Kinder gibt es im Internet?

Die Angebote für Kinder lassen sich in drei Bereiche unterteilen: Da gibt es private Webseiten, in denen Kinder oder Erwachsene z.B. ihre Hobbys vorstellen. Daneben existieren Webseiten von Vereinen, Organisationen oder gemeinnützigen Einrichtungen, die vielfältige Informationen und kinderspezifische Themen sammeln und kindgerecht aufarbeiten. Dazu zählen etwa die mit ökologischen Themen versehenen Kinder-Seiten von Greenpeace, die Angebote für Kinder der Fernsehsender oder auch sogenannte Kinderportale bzw. Suchmaschinen. Und dann gibt es noch Webseiten von kommerziellen Anbietern, die vor allem auf ihr Produkt aufmerksam machen wollen. Für Eltern wie für Kinder ist es nicht immer einfach, die guten von den weniger guten Angeboten im Internet zu unterscheiden. Hier ist es wichtig, dass sich Eltern selbst einen Eindruck von den unterschiedlichen Angeboten verschaffen, bevor vor allem jüngere Kinder das Internet nutzen.

Komunaler Jugenschutz

Hier finden Sie die Kontaktdaten der Jugendschützer vor Ort. Klicken Sie einfach auf das Symbol.

VEREIN

Über uns

Die Aktion Jugendschutz Sachsen e.V. ist ein überörtlich tätiger freier Träger der Jugendhilfe und im gesamten Freistaat Sachsen aktiv. Eingetragen ist er ins Vereinsregister des Amtsgerichtes Chemnitz unter VR 722.

Die Landesarbeitsstelle gibt es seit 1993 und sie wird in großen Teilen aus Mitteln des Freistaates Sachsen finanziert. Sie zeigt aktuelle Gefährdungen auf und gibt fachübergreifende Anregungen, Hinweise und Impulse, wie man sich diesen Herausforderungen stellen kann.

Themen sind unter anderem:

  1. Gewalt, Kriminalität, Delinquenz oder Suizid als Reaktion von Kindern und Jugendlichen auf Krisen oder Vernachlässigung
  2. Sinnfindungsangebote durch Psychokulte und neue Heilslehren
  3. Gesellschaftliche bzw. familiäre Krisen wie Arbeitslosigkeit, Armut und Flucht sowie deren Folgen für die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen
  4. Konsum und Missbrauch legaler und illegaler Suchtmittel, aber auch nichtstoffgebundener Süchte, z. B. Spielsucht u.a.
  5. Vermarktung und Tabuisierung von Sexualität
  6. Seelische, körperliche und sexuelle Gewalt gegen Kinder
  7. Gestaltung von Lebens- und sozialen Räumen für Kinder und Jugendliche

Hier können Sie die Satzung (pdf) runterladen.

Mitglieder

Öffentliche, landesweite und regionale freie Träger sowie natürliche Personen stellen die Mitglieder des Vereins.

  • CVJM Computerclub e.V.,Chemnitz

  • Deutscher Kinderschutzbund LV Sachsen e.V.

  • Deutsches Jugendherbergswerk LV Sachsen e.V.

  • Deutscher Paritätischer Wohlfahrtsverband LV Sachsen e.V.

  • Diakonisches Werk Sachsen e.V.

  • Evangelische Jugend Sachsen e.V.

  • Gewerkschaft Erziehung u. Wissenschaft LV Sachsen

  • INTEGRA 2000 e.V.

  • Kinder- und Jugendring Sachsen e.V.

  • Kindervereinigung LV Sachsen e.V.

  • Landesschülerrat Sachsen

  • Landesarbeitsgemeinschaft katholischer Jugend in Sachsen

  • Stadtverwaltungen Chemnitz, Dresden, Leipzig

  • Sozialbalance e.V.

  • und Einzelpersönlichkeiten

Vorstand

Dem Vorstand der Aktion Jugendschutz Sachsen e.V. gehören 3 Mitglieder an, die allesamt aus dem beruflichen Spektrum pädagogischer und sozialer Arbeit stammen.

  • Vorsitzende Kristin Schütz, MdL (Görlitz)

  • Stellv. Vorsitzende Dirk Polster (Döbeln)

  • Schatzmeister Anne Scheithauer (Chemnitz)

Landesarbeitsstelle

Mitarbeiter und Struktur:
Die Mitarbeiter sind mit zwei festen Stellen in den Bereichen Geschäftsführung,
Medienpädagogik/Jugendmedienschutz, Sucht-/Konsumprävention, Mobbing/Gewalt sowie bei Bedarf auch in anderen Themenfeldern des Kinder- und Jugendschutzes tätig.

Selbstverständnis

Unsere Aufgabe

Die Gestaltung eines modernen der Aufklärung und der wissenschaftlichen Erkenntnis vertpflichteten Kinder- und Jugendschutz zwischen Bevormundung und Befähigung.

Die Herausforderung

Die Bekämpfung von Gefährdungen und Gefährdungslagen für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene durch Grenzsetzungen gegenüber Gefährdern und gefährdenden Strukturen sowie durch ressourcenorientierte Förderung von Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene.

Das Recht

Der Kinder- und Jugendschutz ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe und als solche in weit über 100 Gesetzlichkeiten der Bundesrepublik Deutschland vorhanden.

Die zentralen Rechtsgrundlage für die Arbeit der Aktion Jugendschutz Sachsen e.V. bilden das Grundgesetz (GG) Art. 1, 2, 5 und 6, der § 14 des Sozialgesetzbuch VIII (SGB VIII) und das Jugendschutzgesetz (JuSCHG) sowie der Jugendmedienschutz-Staatsvertrag (JMStV).

 

 

§ 14Erzieherischer Kinder- und Jugendschutz

(1) Jungen Menschen und Erziehungsberechtigten sollen Angebote des erzieherischen Kinder- und Jugendschutzes gemacht werden.
(2) Die Maßnahmen sollen
1.
junge Menschen befähigen, sich vor gefährdenden Einflüssen zu schützen und sie zu Kritikfähigkeit, Entscheidungsfähigkeit und Eigenverantwortlichkeit sowie zur Verantwortung gegenüber ihren Mitmenschen führen,
2.
Eltern und andere Erziehungsberechtigte besser befähigen, Kinder und Jugendliche vor gefährdenden Einflüssen zu schützen. (www.gesetze-im-internet.de/sgb_8/__14.html)

Die Arbeit

Die Arbeit der Landesarbeitsstelle richtet sich an Kinder und Jugendliche, Eltern und Erziehungsberechtigte, haupt- und ehrenamtliche Tätige im pädagogischen und sozialen Umfeld junger Menschen.

Denkmodell
  • Erzieherischer Kinder- und Jugendschutz
    Durch Erziehung zu starken Persönlichkeiten können Kinder und Jugendliche Gefährdungen realistischer einschätzen und ihnen selbstbewusst begegnen, sowie sie bei der Entwicklung von Strategien zur Bewältigung ihres Lebens eigenverantwortlich beachten.
  • Ordnungsrechtlicher Kinder- und Jugendschutz
    für Kontrolle all jener, die Kinder und Jugendliche aus eigennützigen oder kommerziellen Gründen gefährden, existieren sinnvolle Gesetze. In Zusammenarbeit mit den zuständigen Stellen werden diese Gesetze auf ihre Einhaltung, praktische Umsetzung und Lebensnähe überprüft und für ihre Aktualisierung gekämpft.
  • Struktureller Kinder- und Jugendschutz
    ist der Einsatz für die Schaffung von kinder- und jugendgerechten Lebensbedingungen, Kampf gegen Armut und strukturelle Vernachlässigung.

Die Methode

Die Angebote der Landesarbeitsstelle sind Beratung für Institutionen und Multiplikatoren in der sozialen und pädagogischen Arbeit, Seminare und Tagungen zu jugendschutzrelevanten Themen, Erstellung von Materialien und Publikationen zu den Themenfeldern des Jugendschutzes. Grundlage der Arbeitsweise der Landesarbeitsstelle ist die verbands- und interessenübergreifende Zusammenarbeit mit allen, die an jugendschutzrelevanten Themen und Themenfeldern arbeiten.
 

MITARBEITER

 

Kontakt

Hier können Sie uns eine Nachricht zusenden.

Adresse

Aktion Jugendschutz Sachsen e.V.
Lingnerallee 3
01069 Dresden
Tel.: 0351 4848690
Fax.: 0351 4843171